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Die Geschichte der Zentralwohlfahrtsstelle

Die ZWST ist einer der sechs Träger der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland und Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege. Sie ist die Dachorganisation der jüdischen Gemeinden in Deutschland und als solche gesamtverantwortlich für die Unterstützung der Gemeinden in ihrer Sozialarbeit, wie auch für die Organisation und Koordination der Jugendarbeit. Als nicht-politische Vertretung der jüdischen Gemeinden ist sie neben dem Zentralrat die zweite öffentliche Institution der jüdischen Gemeinden in Deutschland.

1917 wurde der Verband als "Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden" gegründet, um die vielfältigen sozialen Einrichtungen der jüdischen Gemeinschaft zu koordinieren und sich um die jüdischen Kriegsteilnehmer und ihre Hinterbliebenen zu kümmern.

Während des Nationalsozialismus bestand die vorrangige Aufgabe der ZWST in der Fürsorge für die Auswanderer, in Versorgung mit Essen im Winter und anderen Notmaßnahmen in allen sozialen Belangen, die den Juden in dieser Zeit eine Unterstützung und Hilfe sein konnten. 1939 wurde der Verband zwangsaufgelöst. Die Mitarbeiter wurden in Konzentrationslager deportiert.

"Nie wieder jüdische Gemeinden in Deutschland", das war 1945 die einhellige Meinung der jüdischen Organisationen in aller Welt. Die Nachkriegsgeschichte in Deutschland verlief anders. Hunderttausende von Juden waren in Deutschland gestrandet, krank, entwurzelt und von den Jahren der Verfolgung gezeichnet. Es handelte sich hier zum größten Teil um DP's ("Displaced Persons"), aus ihrer Heimat verschleppte und geflüchtete Überlebende der KZs. In den Jahren 1945 - 1950 hielten sich zeitweise bis zu 200.000 jüdische DP's in Deutschland auf. Die erstrebte Weiterwanderung wurde größtenteils erst möglich nach Gründung des Staates Israel und nach Novellierung des amerikanischen Einwanderungsgesetzes, so dass sie erst 1952 zum Abschluss kam. Danach zeigte sich, dass etwa 22. 000 jüdische Menschen in Deutschland zurückbleiben wollten - sei es, weil sie aus Schwäche und Krankheit nicht weiterwandern konnten oder sei es, dass sie zwischenzeitlich eine berufliche Existenz gegründet hatten.

Die verbliebenen Juden, etwa 22.000, waren die Männer und Frauen der ersten Stunde und organisierten spontan und unkoordiniert die Vorläufer der heutigen jüdischen Gemeinden. Die jüdischen Gemeinden, die nach 1945 entstanden, gründeten sich nicht auf eine Entscheidung für ein Leben in Deutschland, sondern haben sich eher beiläufig ergeben. Es blieb bis spät in die achtziger Jahre ein Leben auf "gepackten Koffern", die ganz bewusst auch nicht ausgepackt wurden, da sie dieses permanente Zwischenstadium deutlich machten, in dem sich die Juden befanden.


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